Die HVZ -Nachrichten zeigten die Normalität des Alltags in der ersten Märzwoche des Jahres 1920. Der Kommunismus wurde anhand eines Reims von 1871 mit Spott überschüttet. Der drohende Aufstand von rechts gegen den Staat wurde dagegen bis zum 13. März in der Hamborner Volkszeitung nicht thematisiert.

Der Alltag in Deutschland Anfang März 1920

sq6 01Titelseite der HVZ-Sonntagsausgabe, 7. März 1920

sq6 02Berlin, 5. März 1920. Der Reichswirtschaftsminister befasste sich persönlich mit der Papiernot der Zeitungen und setzte sich für verbilligte Preise ein.

sq6 03Essen, 5. März 1920. Die Logistik im Ruhrgebiet war seit 1.März besser geworden.

sq6 04Essen, 7. März 1920 / Anzeige der Eisenbahndirektion Essen: Die Reichsbahn lobte bis zu 2000 M Belohnung aus, um die ausufernden Metalldiebe im Ruhrgebiet zu fassen.

sq6 05Berlin, 7. März 1920. Bisher enthielten die Bestallungsurkunden der Lehrerinnen regelmäßig die Aufhebung der Anstellung im Falle einer Eheschließung. Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hob nun diesen Vorbehalt auf.

sq6 06Koblenz, 7.März 1920. In den besetzten Gebieten verhaftete Kriegsverbrecher sollten nicht nach Frankreich gebracht werden. Frankreich hielt 900 Kriegsgefangene zurück, bis ihre Prozesse abgeschlossen sind.

 

„Sie piepmeiern und jammern vergangenen Zeiten nach, statt aufzubauen“*

Klare Worte eines deutschnationale Abgeordneten aus der Preußischen Landesversammlung

Johannes Gronowski, seit 1919 Mitglied der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung trat für eine Demokratisierung der öffentlichen Verwaltung ein und unterstützte die darauf abzielenden Bemühungen des preußischen Innenministers Severing.
Die von deutschnationalen Abgeordneten vorgebrachten Bedenken, Parteizugehörigkeit dürfe bei der Besetzung von Beamtenstellen keine Rolle spielen, wies Gronowski 1920 in der Landesversammlung erregt mit der Bemerkung zurück: „… den "Herrschaften paßt die ganze Richtung nicht, ihnen paßt die Sozialpolitik des Zentrums nicht, Ihnen paßt die Steuer-, Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht, Ihnen paßt die Demokratie nicht und Ihnen paßt die Republik nicht ...“
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* Quelle:https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=249&url_tabelle=tab_person)

 

Die Reichsregierung kurz vor dem Kapp-Putsch

Gustav Noske, Reichswehrminister, beschrieb 1920 in seinem Buch „von Kiel bis Kapp“, wie er am 10. März 1920 von einem drohenden Rechtsputsch erfuhr. Staatskommissars von Berger, zuständig für die „Beobachtung der rechten Scene“, wies am 8. März 1920 sehr deutlich auf die Gefahr von rechts hin, entstanden aus Unzufriedenheit über die Arbeit der Regierung. Noske verfolgte daraufhin intensiver neue Informationen, konnte aber in der Kabinettssitzung vom 12. März nichts Konkretes benennen. Der Bericht wurde als Momentaufnahme gewertet.
Weiteres zu den Stunden vor dem Kapp-Putsch in Handlungsfeld C

 

HVZ –Samstagsausgabe, 13.März 1920

Letzte Meldungen vom Freitagabend in Berlin

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Fortsetzung und Details in Handlungsfeld C

 

HVZ Samstagsausgabe, 13.03.1920 - Innenteil

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Was ist Kommunismus? - ein Gedicht, das zeitgleich mit dem Rechtsputsch am 13 März in der Tageszeitung zu finden ist. Es ist - wohlgemerkt- ein Gedicht aus Zeiten der Pariser Kommune von 1871.Die Aufmerksamkeit der Leser wird politisch nach Links gelenkt, auf die Gefahr des Bolschewismus aufmerksam gemacht, - der aber zu der Zeit weder Größe und Bedeutung noch Mittel zum Umsturz hatte.

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