Bürgerkrieg in Dinslaken - Voerde - Hünxe
Die Märzunruhen 1920

Ein Projekt des Stadtarchivs in Verbindung mit Dr. Ulrich Krahn und Kirsten Lehmkuhl

Die Vorgeschichte und die Ereignisse während des Arbeiteraufstands im Ruhrgebiet im Frühjahr 1920 focussiert auf die Region Dinslaken - Voerde - Hünxe werden in 12 Sequenzen aufgeteilt und chronologisch entwickelt. Der Leser erlebt den Generalstreik im Ruhrgebiet und den BürgerkriegLaut Wikipedia vom 14.1.2020 können die „Gründe für die Ziele (der Auseinandersetzung)… politischer, ethnischer, religiöser oder auch sozialer Natur sein. (…) Auch Auseinandersetzungen zwischen den Streitkräften einer Staatsregierung und einer oder mehreren organisierten Gruppen von Aufständischen (Rebellen, Guerilleros) werden als Bürgerkrieg bezeichnet. (…) Ein Bürgerkrieg wird häufig ohne Rücksicht auf völkerrechtliche Regeln geführt. Solche Regeln wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Vereinten Nationen geschaffen.“ Es gibt jedoch innerhalb der Wissenschaft keine allgemein anerkannte und einheitliche Definition. am Niederrhein im Spiegel der Hamborner Volkszeitung und vieler anderer Originalquellen. Der Begriff Bürgerkrieg wurde für die Ereignisse im Frühjahr 1920 gewählt, da ein Bürgerkrieg nach heutiger Definition ein bewaffneter Konflikt innerhalb der eigenen Staatsgrenzen zwischen verschiedenen (häufig politischen) Gruppen ist. In den Handlungsfelder sind Hintergrundinformationen zu entdecken. Im Handlungsfeld F-Heimat werden in konzentrierter Form die Ereignisse in Dinslaken - Voerde - Hünxe zusammengefasst und laden mit zahlreichen Originalquellen (transkribiert) zur selbständigen Auseinandersetzung mit dem Thema ein.

 

Was ist im Frühjahr 1920 geschehen?

home 1920 11920 - Die Rote Armee in Dinslaken

Die Wut und Empörung der Arbeiter, insbesondere der Bergarbeiter, im Ruhrgebiet über schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen mündet in eine Radikalisierung, die nach großen Streiks zur Bildung der Roten Ruhrarmee führte und in kurzer Zeit einen Flächenbrand auslöst. Als im Ruhrgebiet im März 1920 nach Verhandlungen zwischen Reichsregierung und Arbeitervertretern zunächst Ruhe einzukehren scheint, kommt es im Verlauf des Monats zwischen Duisburg und Wesel zur Zuspitzung der kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Arbeiterarmee erzielt im Häuserkampf insbesondere in Hamborn große Erfolge und sieht die Chance südlich der Lippe auf der Linie Dinslaken - Voerde - Hünxe - Dorsten den entscheidenden Erfolg zu erzielen. Die Reichswehr zieht sich über Dinslaken in die Kaserne nach Wesel zurück, um nicht eingekesselt zu werden. Die entscheidenden Kämpfe finden in Dinslaken und Voerde statt. Es gibt massenhaft Tote und starke Zerstörungen an Gebäuden. Lynchjustiz, Misshandlungen, Vergewaltigungen und Morde quälen die Menschen - weder die Reichsarmee noch die Rotgardisten verhalten sich konform eines humanitären Völkerrechts, wie es später die Genfer Konventionen formulieren. Wie es dazu kam, wie die Ereignisse sich entwickelten und wie der Bürgerkrieg schließlich im Raum Dinslaken endete, können Sie hier an Hand von Schilderungen aus Zeitungsberichten, Schulchroniken, Tagebüchern sowie in zeitgenössischer Literatur nachvollziehen.

home 1920 2Zeitungsausschnitt vom 15. Januar 1920

Im Stadtarchiv Dinslaken können Sie die Tageszeitung "Hamborner Volkszeitung" (HVZ, Zeitung der Zentrumspartei) einsehen. Darin finden Sie über die hier abgebildeten Ausschnitte hinaus tägliche Beiträge zur Weltpolitik, Nachrichten aus dem Stadtparlament Dinslaken sowie Alltägliches wie Anzeigen zu Produkten oder zur Suche nach Haushilfen. Die online abgebildeten Originaltexte, geben vertiefende Einblicke, so zum Beispiel die Notverordnungen des örtlichen Wehrbereichskommandeurs, die die Sichtweise des Militärs und seiner Aufgabe verdeutlichen. Weiterführende Online-Quellen, wie auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de), oder auf der Seite zur Rheinischen Geschichte des LVR (www.rheinische-geschichte.lvr.de), bieten unter dem Begriff „Ruhrkrieg“ überregionale Hintergrund- und Detailinformationen. Bei Wikipedia gibt es zum Beispiel unter „Ruhraufstand“ oder „Märzunruhen 1920“ Einträge und weitere Quellenhinweise.

Für regional- und ortsgeschichtliche Primärquellen und für ausgewählte Literatur ab 1921 empfiehlt sich der Gang in die Stadtarchive Dinslaken, Voerde oder Hünxe.


Die Idee und das Konzept wurde von Dr. Ulrich Krahn entwickelt und von Martin Göbler und seinem Team vom creativcenter niederrhein umgesetzt. Dr. Ulrich Krahn recherchierte die Dokumente in der HVZ und weitere Quellen im Stadtarchiv Dinslaken. Die Texte verfassten Dr. Ulrich Krahn und Gisela Marzin (Stadtarchiv Dinslaken). Die redaktionelle Bearbeitung erledigte Gisela Marzin. Die Transkriptionen Dinslakener Quellen erstellte Gisela Marzin, Kirsten Lehmkuhl (Stadtarchivarin Voerde und Gemeindearchivarin Hünxe) recherchierte und transkribierte die Quellen aus dem Stadtarchiv Voerde und aus dem Gemeindearchiv Hünxe.

12 Sequenzen ...

... erzählen die eine Geschichte!

Lohberger Aufruf

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Bürgerkrieg 1920 in Dinslaken

Zivilisten und tote Rotarmisten - Anf. April 1920 nach der Schlacht in Möllen bei Dinslaken

1917 - 1926

1917 1926

 

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Bericht des Bürgermeisters Dinslaken vom 14. April 1920 an den Landrat des Kreises Dinslaken anlässlich der kommunistischen Herrschaft (Quelle: Stadtarchiv/Akte 389)

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Zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein
1900 - 1920

Ungestüm begann nach der Jahrhundertwende das Kohle- und Stahl-Zeitalter für Dinslaken. Es kamen Menschen hierher, deren Anschauungen, Werte und Überzeugungen die der Einheimischen verstörten. In dieser Zeit des Umbruchs brachte der Erste Weltkrieg erneut einen erheblichen Wandel. Zwar fand der Krieg nicht auf deutschem Boden statt, aber die physischen und psychischen Schäden in Deutschland waren dennoch immens und unübersehbar...

Handlungsfelder & Sequenzen eines Bürgerkrieges

Wir wünschen Ihnen eine spannende und informative Zeit auf unserer Internetseite zum Bürgerkrieg in Dinslaken

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